Burggartenfest

Sonntag, den 19. Juli 2015 um 20:38 Uhr Jochen Schmidt
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Preisverleihung „Goldener Sandhase“

Das Burggartenfest stellt von Beginn der Preisvergabe des „Goldenen Sandhasen“ den Rahmen für die wertschätzende Übergabe der goldenen Statue einer dickbäuchigen Häsin. Die etwas ironische , augenzwinkernden Skulptur, die von dem Heidesheimer Künstler Tobias Boos kreiert wurde ist nun bereits zum 4. Mal an eine Heidesheimer Initiative übergeben worden. Martina Schott wies für den Verein „kultur+politik“ auf die Kriterien für diesen Preis hin . Er ist mit 1000 € durchaus attraktiv dotiert. Er soll auch durch diese finazielle Höhe eine Würdigung der geehrten Personen und Initiative darstellen die sie verkörpern. Das einstimmige Votum des Vereins, so M.Schott, fiel auf die schon seit über 25 Jahren aktive Gruppe bzw. Betreiber des „Eine Weltladens“ Heidesheim. Die 1000 Euro seien zu über 50% durch Spenden finanziert worden, die restlichen guten 40% habe der Verein übernommen. Sie dankte den Spendern:

VB Alzey-Worms, der Sparkasse Rhein-Nahe, den Apotheken am Brunnen Khorami und Streith, sowie dem Arzt Gretzler, ev. Kirchengemeinde, der Reha Vital, der lerntherapeutischen Praxis päd.Laden und dem Graveur Herzbach, der die Gravour kostenlos zur Verfügung stellt.

Die Laudatio übernahm Peter Oldenbruch, der ehemalige Pfarrer von Heidesheim. Er erinnerte sich daran, wie er als junger Pfarrer in der Gemeinde aufgenommen und eingeführt wurde. Damals wollte eine kleine Initiative bei der „ Ins Amt Führung“ Kaffee aus der 3.Welt nämlich Nicaragua anbieten. Aber der Kirchenvorstand lehnte dies ab.

Später war es dann der junge Pfarrer selbst, der der „Vorgruppe“ des Weltladens den Raum und die Möglichkeiten bereitstellte, Waren aus fair gehandelter Produktion anzubieten. Später wuchs daraus ein eigeständig geführter Laden im Zentrum von Heidesheim. Alle Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich ohne Bezahlung. Dies seit über 25 Jahren ungebrochen und mit viel Engagement im Auf und Ab des Geschäftes. Sie erfüllen die Grundpfeiler des fairen Handelns, so Oldenbruch. Denn mit dem alternativen Angebot in diesen Weltläden, so auch der Heidesheimer, wurde es überhaupt erst möglich, dass inzwischen auch in Supermärkten diese Waren angeboten werden. Sie seien natürlich ein wenig teurer als die üblichen Waren, binden oder knebeln die Erzeuger jedoch nicht an unmenschliche Produktionsweisen. Er erinnert an hunderte Opfer bei Bränden in Fabrikanlagen in Bangladesch oder Pakistan und anderen Ländern. Hier werden für uns Europäer Billigwaren in der Kleidung hergestellt und auf die Gesundheit der Arbeiter keine Rücksicht genommen. Oldenbruch sprach von drei Säulen in der Weltladen-Bewegung, dem „fairen Handel“: Der soziale Aspekt, der Umweltaspekt, denn inzwischen werden auch immer mehr ökologisch produzierte Güter angeboten und der Ökonomische.

Frau Dorthea März nahm mit großer Freude den Preis und den Scheck in Empfang. Sie bedankte sich im Namen aller MitarbeiterInnen für diese Auszeichnung. Hinter ihr standen und stehen 6 Damen, die auch heute noch tatkräftig den Laden schmeißen. Der einzige Mann wollte lieber unten im Publikum bleiben.

js